Möchtest du E-Learnings für deine Mitarbeiter noch interaktiver und praxisnäher gestalten? Dann setze auf projektbasiertes Lernen und motiviere deine Mitarbeiter zu nachhaltigem Lernen. Wir erklären dir, wie die Umsetzung gelingt:
Digitales Lernen wird in Unternehmen immer beliebter. Vielleicht setzt auch du schon Online-Kurse für die Weiterbildung in deinem Unternehmen ein? Dann kennst du eine der größten Herausforderungen für Personalentwickler: Lerninhalte nicht nur informativ zu gestalten, sondern vor allem auch praxisnah. Ein starker Praxisbezug und eine hohe Interaktivität sind der Schlüssel zu motivierten Mitarbeitern und nachhaltigem E-Learning.
Wir stellen dir jetzt eine Methode vor, die praxisnah und handlungsorientiert ist – und somit perfekt geeignet, deine Mitarbeiter zu motivieren und nachhaltig zu schulen:
Was ist “Projektbasiertes Lernen”?
Projektbasiertes Lernen ist eine sehr praxisorientierte Lernmethode, bei der die Lernenden in realistischen Situationen eigenverantwortlich und handlungsorientiert Lernen sollen. Im Fokus steht planvolles Handeln und ein strukturierter Projektverlauf. Projektbasiertes Lernen wird vor allem im klassischen Präsenzunterricht eingesetzt. Es eignet sich aber auch hervorragend für digitale Lernkonzepte wie E-Learning oder Online-Kurse in Unternehmen.
Beim projektbasierten Lernen steht die Förderung der Selbstorganisation deiner Mitarbeiter im Fokus:
Mitarbeiter erweitern ihr Wissen, indem sie in der akuten Situation neue Fähigkeiten durch die Problemfindung und -lösung entwickeln.
Die Mitarbeiter müssen selbst Nachforschungen anstellen und die benötigten Informationen beschaffen. Das ermutigt sie außerdem, sich mit anderen Lernern auszutauschen und die eigenen Erkenntnisse mit der Gruppe zu teilen.
Es kommt dabei nicht nur auf die Lösung des Problems an, auch der Lösungsweg ist entscheidend für die Lernerfahrung.
Aktives Teilnehmen und den Lernprozess selbst zu durchleben ist beim projektbasierten Lernen unglaublich wichtig. Reine Informationspräsentation, wie in vielen klassischen Schulungen, wird explizit vermieden.
Genau darin liegt die besondere Stärke dieser Methode im E-Learning. Mitarbeitende setzen sich nicht nur theoretisch mit einem Thema auseinander, sondern arbeiten aktiv an realitätsnahen Aufgabenstellungen. So entsteht ein Lernprozess, der Wissen direkt mit Anwendung und Problemlösung verknüpft.
Projektbasiertes Lernen kannst du in vier Phasen unterteilen: Die Initiierungsphase, die Planungsphase, die Durchführungsphase und die Abschlussphase. In der folgenden Darstellung bekommst du einen Überblick, was in den jeweiligen Phasen wichtig ist:

Phasenmodell des projektbasierten Lernens nach Elisabeth Kaliva // Eigene Darstellung
Merkmale von projektbasiertem Lernen zusammengefasst:
Die Basis ist immer eine Frage oder ein Problem aus einem realen Kontext.
Jeder Kurs konzentriert sich auf die Lernziele und Fähigkeiten deiner Mitarbeiter und diese fördert durch eigenständige Lösungen.
Deine Mitarbeiter müssen immer die Möglichkeit haben, selbst Entscheidungen zu treffen und eigene Strategien zu entwickeln.
Am Ende des Kurses sollten die Mitarbeiter ihre Ergebnisse im Kurs zu präsentieren können und über den Lösungsweg diskutieren.
Projektbasiertes Lernen übergibt die Verantwortung an die lernenden Mitarbeiter selbst, die Rolle des Kursleiters ist dadurch eher passiv. Falls du externe Trainer in deinem Unternehmen einsetzt, solltest du sie in das Konzept einführen und ihnen diese vermutlich ungewohnte Rollen vermitteln.
Der Kursleiter sollte sich überwiegend im Hintergrund halten und den Lernprozess nur in Notfällen unterbrechen. Wenn deine Mitarbeiter aktiv nach Unterstützung verlangen, muss diese aber auch geboten werden, schließlich hast du bzw. der Trainer als Kursleiter immer noch eine führende Aufgabe. Bestenfalls versuchst du dich selbst in die Gruppe der lernenden Mitarbeiter zu integrieren, um den Lernprozess nicht zu beeinflussen aber trotzdem zu beobachten.
Wie gesagt ist die hohe Verantwortung der Lerner und eine eher passive Rolle des Trainers oft erstmal ungewohnt – für Verantwortliche, Trainer und Mitarbeiter. Damit projektbasiertes Lernen im E-Learning dennoch gelingt, hier noch vier praktische Tipps für dich:
4 Tipps für erfolgreiches projektbasiertes Lernen im E-Learning
1. Mache einen Testdurchlauf
Damit dein “Lernprojekt” im E-Learning auch wirklich erfolgreich ist, solltest du in jedem Fall deinen Kurs einmal selbst bearbeiten. So kannst du prüfen, ob alle wichtigen Elemente und Aufgaben verständlich und umsetzbar sind und dein primäres Lernziel auch wirklich erreicht wird. Bei der Planung solltest du die oben genannten vier Phasen des projektbasierten Lernens im Hinterkopf behalten und gezielt einplanen.
2. Fördere das direkte Feedback
Ermutige deine Mitarbeiter dazu, ihre Meinungen und Erkenntnisse direkt zu teilen. In welcher Form hängt von deinem LMS ab: Bei blink.it können Mitarbeiter beispielsweise eigene Videos hochladen oder die Kommentarfunktion unter den Lerneinheiten nutzen. Das direkte Feedback hilft dir und deinen Mitarbeitern, Abläufe und Inhalte zu verbessern.
3. Übergib den Lernenden mehr Verantwortung
Ein wichtiger Faktor des projektbasierten Lernens ist die Selbstständigkeit der lernenden Mitarbeiter, schließlich ist auch der Lösungsweg entscheidend. Wenn du deinen Mitarbeitern also das nötige Grundlagenwissen und alle benötigten Ressourcen mitgibst, können sie eigenständig lernen und sich neues Wissen erarbeiten. Übertrage ihnen deshalb die nötige Verantwortung für ihren Lernprozess und ziehe dich aus der Rolle des Kursleiters zurück.
4. Integriere interaktive Szenarien und Simulationen
Erschaffe spezielle Szenarien, die auf die Lernziele deiner Mitarbeiter zugeschnitten sind. Bei deinen interaktive E-Learning-Übungen können deine Mitarbeiter ihr erworbenes Wissen direkt anwenden und behalten dieses dadurch länger im Kopf. Um aktive Übungen in dein E-Learning einzubinden eignet auch die Blended Learning Methode. So kannst du Theorie und Praxis optimal auf Online- und Präsenzphasen aufteilen.
Fazit
Projektbasiertes Lernen macht E-Learning dann besonders wirksam, wenn Mitarbeitende nicht nur Inhalte konsumieren, sondern eigenständig an realen Aufgaben arbeiten und Lösungen entwickeln.
Der große Vorteil dieser Methode liegt in ihrer Praxisnähe. Mitarbeitende setzen sich aktiv mit Problemen auseinander, treffen eigene Entscheidungen und wenden Wissen direkt im Handlungskontext an. Dadurch entsteht ein Lernprozess, der nicht nur informativ, sondern auch nachhaltig ist.
Damit projektbasiertes Lernen im E-Learning gelingt, braucht es jedoch eine klare Struktur, passende Aufgabenstellungen und genügend Raum für Austausch und Feedback. Gleichzeitig verändert sich die Rolle des Kursleiters: Statt Inhalte vorzugeben, begleitet er den Lernprozess eher unterstützend im Hintergrund.
Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, entsteht ein Lernformat, das Selbstständigkeit, Problemlösung und Praxistransfer gezielt fördert und damit einen besonders hohen Mehrwert für die Weiterbildung im Unternehmen bietet.
Aktualisiert am 09.03.2026







